Im Interview – Cordula Natusch

„Wer mich bucht, bekommt mich.“

Cordula NatuschCordula ist … Trommelwirbel …. Textine wie ich – das heißt, sie ist auch Teil des besten Netzwerks der Welt, dem Texttreff. Wir folgen uns gegenseitig in verschiedenen Sozialen Netzwerken. Ich finde ihren klaren Auftritt toll: Sie agiert sehr überlegt und ist mit dieser Gabe äußerst streitbar, ohne im getippten Gefecht die Contenance zu verlieren. Das finde ich ja grundsätzlich sympathisch ;o) Außerdem macht sie schöne Hamburgfotos!
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen dieses spannenden Interviews.


CG: Als Texterin, Konzeptionerin, Beraterin und Lektorin bist du spezialisiert auf Wirtschaftsthemen. Außerdem unterstützt du Selbstständige dabei, sich mit Ratgebern, Sach- und Fachbüchern am Markt als Expertinnen und Experten zu positionieren. Und dann bist du noch die Fachfrau für alle, die Hamburg abseits der Pfade erleben möchten – inklusive Blog und einem eigenen Buch. Wie wichtig ist deine eigene Person in deinen Berufsalltag?

CN: Für mich als Soloselbstständige natürlich sehr wichtig. Wer mich bucht, bekommt mich, mein Wissen, meine Erfahrung und meine Persönlichkeit – nichts sonst. Ich bin also meine eigene Marke, in all meinen Fassetten.

CG: Was macht diese Personenmarke aus?

CN: In allem, was ich mache, steckt ganz viel Cordula drin: eine Mischung aus Leidenschaft und gesundem Pragmatismus, außerdem meine Begeisterung für Sprache, Literatur und Bücher, mein Interesse an Wirtschaft, an Natur und Kultur. Kunden und Kundinnen arbeiten mit mir, weil ich so bin, wie ich bin. Ich mache Wirtschaftstexte, weil ich Wirtschaft und Finanzen spannend finde. Ich erkläre leidenschaftlich gern Hintergründe und Zusammenhänge, deshalb bearbeite ich Ratgeber und Sachbücher. Ich liebe Hamburg und Norddeutschland, also schreibe ich darüber. Ich reagiere empfindlich auf Ungerechtigkeiten, daher berate ich Autoren und Autorinnen auf ihrem Weg zum eigenen Buch und versuche, sie vor Fallen wie Druckkostenzuschussverlagen, unfairen Konditionen in Verlagsverträgen und unseriösen Versprechungen wie „Der schnelle Weg zum Bestseller“ zu bewahren. Ich habe das große Glück, in meinem Beruf ganz ich sein zu dürfen.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

CN: Eine immens große – auf verschiedenen Ebenen. Wer eine solch persönliche Dienstleistung wie ein Lektorat, eine Beratung oder einen Text bestellt, bucht immer auch die Person, die dahintersteht, mit all ihren Eigenheiten, Werten, Besonderheiten. Das sind oft sogar die ausschlaggebenden Punkte bei der Auftragsvergabe. Diese Person soll dann die Vorstellungen des Kunden oder der Kundin umsetzen. Und das Ergebnis muss zum Auftraggeber und zur Auftraggeberin passen. Im Lektorat beispielsweise besteht die Herausforderung darin, ein Manuskript effektiv zu verbessern, ohne die Stimme des Autors oder der Autorin zu verfälschen. Ich muss den Text bearbeiten, aber er soll auch nach meiner Bearbeitung als der des Kunden oder der Kundin erkennbar, also authentisch, sein. Das ist eine Gradwanderung: Einerseits muss ich mich einbringen, andererseits auch zurücknehmen. Das geht meiner Meinung …

Im Interview – Tina Pruschmann

„Ich frage mich, was dieses Sein hinter dem Schein sein soll.“

Tina PruschmannMit Tina verbindet mich … *Trommelwirbel* … das gemeinsame Netzwerk Texttreff. Außerdem haben wir beide eine Vorliebe für ein gutes Glas Wein oder auch zwei. Und wir mögen politische Gespräche – gerne auch kontrovers. Unvergessen für mich auch eine Barcamp-Session, in dem wir Klischees über Ossis und Wessis herausgearbeitet haben. Hui, das ging hoch her!

Tina ist ein nachdenklicher Mensch, sie hinterfragt Dinge tief und setzt sich mit Themen intensiv auseinander. Und so finde ich ihre Auseinandersetzung mit dem Begriff „Authentizität“ in diesem Interview sehr spannend! Sie ist auch die Erste, die in dieser Interviewreihe auf Mörder* zu sprechen kommt. Aber lest selbst – doch werft das Hirn vorm Lesen an, es gibt Futter ;o)


CG: Du schreibst Bücher – vom Roman bis hin zur Dokumentation über einen Nonnenorden. Oder arbeitest als Ghostwriterin. Außerdem organisierst du politische Veranstaltungen zum Thema Flucht und Heimat. Und du schreibst Medizintexte. Gibt es eine große Klammer um diese Themenvielfalt und dein Engagement?

TP: Ich denke nicht. Es käme mir konstruiert vor, die Dinge thematisch zusammenzuheften.
Mit den Medizintexten, mittlerweile mehr mit Projektkoordination, verdiene ich Geld und es macht mir Freude. Das politische Engagement, seit einem Jahr bin ich SPD-Mitglied, ist mir wichtig, weil ich das Küchentischgemeckere so satthatte. Ich will nicht sagen, dass ein politscher Disput bei diversen Gläsern Rotwein keinen Spaß macht. Im Gegenteil. Aber ich hatte Lust, mich an politischen Entscheidungsprozessen direkter zu beteiligen. Schon als einfaches …

Im Interview – Britta Janzen

„Im Einzelhandel ist meine Art Gold wert!“

Britta Janzen in ihrem WollgeschäftBritta Janzen kenne ich schon sehr lange – in ihrem früheren Leben als Journalistin haben wir sogar mal zusammen gearbeitet. Ich bewundere sie sehr dafür, wie radikal sie vor einigen Jahren ihr Leben geändert hat! Denn nach reiflicher Überlegung hat sie der Schreiberei den Rücken gekehrt und in Kiel ihr eigenes Wollgeschäft gegründet. Ja, du hast richtig gelesen, ein Wollgeschäft. In Zeiten von Amazon und Co. hat sie sich entschlossen, in einen echten Laden zu investieren … wow.

Mit viel Mut, Tatkraft und tollen Ideen hat sie aus diesem verwegen anmutenden Projekt einen florierenden Laden gemacht – ein echtes Geschäft mit echten Menschen, das echte Gewinne abwirft. Chapeau!


CG: Du hast vor mehr als 3 Jahren Kiels wohl schönsten Wollladen „Wolle & Wunder“  gegründet – und dafür deine Arbeit als freie Journalistin und Beraterin nach 25 Jahren aufgegeben. Wie kam es zu diesem doch ziemlich extremen Wandel?

BJ: Zum einen befinden sich die Honorare im Journalismus seit Jahren im freien Fall – und obwohl ich hervorragend vernetzt war und mich nicht über mangelnde Aufträge beschweren konnte, reichte das Geld irgendwann einfach nicht mehr zum Leben. Zum anderen war ich nach rund 25 Jahren einfach leer geschrieben – ich hatte gefühlt jedes Thema schon mal behandelt und lechzte nach einer beruflichen Veränderung. Dass ich nun Besitzerin eines Wollgeschäftes bin, war eher ein Zufall: mir kam zu Ohren, dass ein Wollgeschäft eventuell zur Übernahme steht. Das kam letztendlich nicht zu Stande, aber ich hatte Finanzierung, Business Plan und zahlreiche Ideen – und dachte mir, ich mach das jetzt einfach!

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

BJ: Zum Teil ist Authenzität ist für mich reine Bequemlichkeit. Ich hasse es, mich zu verstellen und zu verbiegen. Das war schon immer so! Wenn ich etwas sage, dann meine ich das auch so – bei mir gibt es keinen …

Im Interview – Barbara Stromberg

„Ich muss sagen, wenn ein Thema Mist ist.“

Barbara Stromberg lächeltUnd wieder eine Textine in meiner Interviewreihe – ich freue mich sehr! Mit Barbara verbindet mich neben unserem gemeinsamen Lieblingsnetzwerk Texttreff noch viel mehr: Wir sind beide ziemlich direkt und nicht auf den Mund gefallen. Wir haben beide sehr viel Humor mit einem leichten Hang zum Sarkasmus. Und wir lieben beide unseren Schrebergarten. Aber Barbara kann erheblich besser tanzen als ich ;o)
Barbara ist dazu noch die perfekte Jongleuse zwischen Beruf und 6 Jahre altem Wirbelwind, dem sie mit viel Geduld, noch mehr Liebe und einer Menge Hirnschmalz tatsächlich jede einzelne Frage beantwortet – und das sind wirklich viele. Ganz nebenher ist sie auch noch Co-Autorin einer ganzen Rezeptbuchreihe! Und ich muss endlich mal eins der Rezepte nachkochen ….


CG: Mit deiner Agentur Textorama bietest du Texte, Beratung, Konzeption und Pressearbeit an. Du arbeitest für ganz viele verschiedene Branchen und Bereiche  – von der Gastronomie und dem Kochbuch über den Spielzeughandel und das Bauunternehmen bis hin zur Kanzlei-PR. Wie schaffst du es, in so vielen verschiedenen Themen fit zu sein?

BS: In den meisten Fällen ist es völlig ausreichend, dass ich mit meinem aufgesaugten Halbwissen in fast jeder Kategorie einer Quizshow ganz gut bestehen kann. Falls also jemand mal einen Telefonjoker außerhalb von Sport und Geschichte sucht: Hier bin ich.
Wichtig ist doch eigentlich, die richtigen Fragen zu stellen. Meine Kundschaft ist die Expertin oder der Experte für das Thema. Ich übersetze es in gute Texte. Mir zu erklären, was ihm oder ihr wichtig ist, schärft oftmals den Blick auf das eigene Unternehmen und den Service, den man bietet.
Wenn es um die Themen Pressecoaching und Themenpitchen geht, ist das Fachthema nebensächlich. Da geht es darum, ob das Thema einen Nutzwert für die Leser hat, der die Redaktion überzeugt – es muss Wissen transportieren, Orientierung geben oder Gesprächsstoff liefern.

CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echtsein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

BS: Ich bin eine sehr schlechte Schauspielerin und mag es, meinen Kunden auf Augenhöhe zu begegnen. Das schränkt mich in den Rollen, die ich spielen könnte, sehr ein.
Als Sparringpartnerin für den Presse-Pitch und als Coach in Sachen Themenfindung muss ich ebenso wie als Texterin sagen, wenn ein Thema Mist ist. Da geht kein …

Im Interview – Eva Kirchhoff

„Ich weiß, wer die Sachen produziert hat.“

Eva Kirchhoff von der Etagerie OffenbachAn Eva kommt in Offenbach niemand vorbei, der sich für schöne Dinge interessiert – im Nordend ist ihr toller Laden „Etagerie – regional & original“ darüber hinaus noch geselliger Treffpunkt, leckeres Mittagstisch-Ziel und spannende Infobörse. Denn Eva weiß bestens Bescheid und ist eine sehr gute Netzwerkerin.
Viele meiner Geschenke und Mitbringsel für Freundinnen und Freunde, Verwandte oder auch Kundinnen und Kunden kommen aus ihrem Laden. Denn da kann ich mir sicher sein, dass ich wirklich originelle Dinge kaufe, die dazu noch zumeist in der Region produziert worden sind. Das finde ich ziemlich prima ;-) Besonders fasziniert bin ich von den verschiedenen Notizbüchern, die es bei ihr im Laden gibt – kein Wunder, als Texterin brauche ich immer noch Papier für Kundengespräche oder die kleine Idee, die zwischendurch fix aufgeschrieben werden will. Und in ein schönes Buch schreibe ich gleich viel lieber!
Danke, liebe Eva, dass du meine Fragen so detailreich beantwortet hast.


CG: Du hast vor 6 Jahren die Etagerie in Offenbach gegründet – einen tollen Laden, in dem Designer*innen ihre regionalen Produkte präsentieren und verkaufen können. Außerdem bietest du Nähkurse an und bei dir im Geschäft kann man in der wunderschönen, kreativen Atmosphäre lecker Mittag essen oder köstlichen Kuchen und eine Tasse Kaffee genießen. Außerdem vermietest du deinen Laden für Workshops. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Und wie kriegst du das alles hin?

EK: Vor fast 6 Jahren habe ich die Etagerie in Offenbach eröffnet – zusammen mit zwei anderen Frauen, die vor zwei Jahren aber beide in ihr altes berufliches Leben zurückgekehrt sind. Für mich war es selbstverständlich, dass ich die Etagerie fortführen würde.
Wir haben einen schönen Ort geschaffen, quasi aus dem Nichts heraus. Das aufzugeben, dazu war ich nicht bereit. Ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Neben den finanziellen Aspekten (geteiltes Einkommen ist weniger Einkommen) ist es anscheinend auch für die Kunden irgendwie klarer, wenn eine “authentische” Person hinter dem Ladentisch steht als drei Individuen. Auf jeden Fall ist die Etagerie erfolgreich und trägt inzwischen überzeugend zum Familieneinkommen bei.
Die Idee zur Etagerie ist aus einer Rettungsaktion für das Kulturzentrum Hafen 2 entstanden. Dazu haben wir einen Kreativmarkt in der alten Ölhalle und im Lokschuppen organisiert und die Einnahmen weitgehend für den Neubau gespendet. Kurz vor der dritten Veranstaltung wurde dann das Ladenlokal Domstraße/Ecke Taunusstraße frei. Und so haben wir den Designs aus …

Im Interview – Doreen Köstler

„Authentizität ist kein einmal erreichter Status quo.“

Portrait Doreen KöstlerDoreen ist Textine wie ich, sie fährt leidenschaftlich Rad und sie lacht gerne, viel und laut. Ich freue mich also immer, wenn ich sie mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit erleben darf ;-)  Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Unsere Leidenschaft für Blümchentattoos!
Ziemlich klasse finde ich auch ihr Engagement für Frauennetzwerke: Hier sorgt sie auf ihre charmante, zielstrebige Art dafür, dass Frauen sich weiter vernetzen, sich gegenseitig fördern und schafft Bühnen für die, die gerne ihr Wissen teilen. Und genau so ist auch dieses Interview geworden – freundlich, informativ und reflektiert.


CG: Du bist genau wie ich Texterin und Konzeptionerin – außerdem machst du auch noch PR. Eine weitere Ähnlichkeit: Wir beide lieben Rad fahren. Wobei du mit deinem Rennrad mal eben über die Alpen radelst oder von Schweden nach Deutschland – da kann ich nicht mithalten als Freizeitradlerin ;o) Außerdem bist du 1. Vorsitzende der UfUs, eines umtriebigen Unternehmerinnen-Netzwerks. Wie organisierst du dich, um zwischen Schreibtisch, Rad und Engagement einen kühlen Kopf zu behalten?

DK: Ganz ehrlich: Das Organisieren ist manchmal schwierig und der gewünschte kühle Kopf kommt oft ziemlich ins Rauchen. Meine Regel: Der Job hat immer Prio-Stufe A, dann kommt das Ehrenamt – das ist inzwischen glücklicherweise nur noch der UfU e. V. An all die damit verbundenen Aufgaben gehe ich mit dem gleichen Grad an Professionalität, Einsatz und Liebe …

Im Interview – Lilian Kura

„Authentizität bedeutet für mich Freiheit!“

Lilian Kura auf einer KräuterwanderungLilian kenne ich aus dem Texttreff, dem absolut allerbesten Netzwerk der Welt. Sie ist eine originelle Person, die ganz viel Herz hat und sich engagiert.  Und ihr manchmal ziemlich derber Humor macht auch nicht vor ihrer eigenen Person halt! Noch dazu ist sie streitbar und scheut sich nicht, auch mal unangenehme Dinge anzusprechen. Und wir haben die gleichen Blümchenstiefel! Kein Wunder also, dass ich sie mag ;o)

Aus der Ferne bewundere ich ihr Wissen rund um Kräuter, die in meiner Großstadt-Welt eigentlich nur nerviges Unkraut sind. Sie macht daraus Salate oder behandelt damit Kopf- und Bauchweh, während ich bei Aua lieber zur Tablette greife. Vielleicht sollte ich stattdessen mal lieber die Kräuterhexe Lilian konsultieren? Ich muss nachdenken …

Lilian, danke für deine Antworten, die spannend sind und Spaß machen beim Lesen ;o)


CG: Du bist Texterin und Lektorin – und präsentierst dich in den Sozialen Netzwerken offen, politisch und manchmal ziemlich wütend. Dabei bist du fast immer ziemlich witzig und nimmst dich gerne auch mal selbst auf die Schippe ;-) Was denkst du, wie beeinflusst dieser spezielle Außenauftritt deine Neukunden-Akquise?

LK: Diese Unverblümtheit hat für mich ausschließlich Vorteile, weil ich nämlich am besten und schnellsten arbeite, wenn ein Job bzw. ein Thema meinem Wesen entspricht. Wer in den Sozialen Netzwerken über mich als Texterin stolpert, weiß also direkt, auf welchen Stil und welchen Menschen er sich einlässt. Dass ich obendrein gern und viel über meine großen Leidenschaften Medizin und Phytotherapie plaudere, öffnet mir seit einigen Jahren genau den Kundenkreis, den ich immer wollte. Eines meiner Lieblingsprojekte etwa ist das monatliche Heilpflanzenporträt für eine Apotheken-Website, das läuft nun schon seit mehreren Jahren. Über die Wege, auf denen ich voll „frei Schnauze“ bin, kommen deshalb fast nur Aufträge auf den Tisch, die absolut zu mir passen. Ich träume ja davon, dass irgendwann die Anfrage für eine regelmäßige Kolumne zu einem Herzensthema hereinflattert, bei der ich ganz genau so drauflos schreiben darf, wie ich bin. …

Im Interview – Juliane Benad

„Wer sich authentisch zeigt, zeigt sich selbstbewusst.“

Profilbild_Juliane-BenadJuliane und ich begegnen uns immer wieder auf Veranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet – und das seit vielen Jahren: Wir treffen uns zum Beispiel auf Barcamps wie dem #bcrm oder dem Content-Strategy-Camp. Mit ihr kann ich mich prima unterhalten, denn wir machen nicht nur einen ähnlichen Job als Freiberuflerinnen, sondern wir ticken in einigen inhaltlichen Punkten ähnlich. Zum Beispiel sehen wir Social Media auch durchaus kritisch, obwohl wir beide Geld in diesem Bereich verdienen. Außerdem lese ich gerne ihr Blog, in dem sie immer handfeste Tipps parat hat. Und ich finde es toll, dass sie nun auch den Weg als Selbstständige geht – sie wird das Ding rocken, da bin ich mir sicher ;-)


CG: Authentizität ist ein Modebegriff – viele Unternehmen und Selbstständige schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

JB: Ich glaube, dass es früher oder später gar nicht anders funktioniert als authentisch zu sein. Klar, den ein oder anderen Kniff wie man vielleicht besser auf Menschen wirkt, wie man sich besser gibt, kann man üben und optimieren. Das muss sich ja auch nicht mit Authentizität ausschließen.
Sobald man sich jedoch verstellt, wird es anstrengend – wenn man zum Beispiel einen auf Schreihals macht, obwohl man eher ein ruhiger Typ ist. Dann ist man auch nicht wirklich glaubhaft. Die Fassade wird schneller reißen als einem lieb ist.
Außerdem sprechen wir unter Umständen genau die Sorte von Kunden an, die gar nicht zu einem passen. Das strengt dann an. So zu sein, wie man ist – inklusive der Ecken und Kanten – ist wahrscheinlich der beste und erfolgreichste Weg.

CG: Du bist genau wie ich eine Einzelselbstständige, dein Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Bereich Social Media. Wie hat sich deine Selbstständigkeit in den letzten Jahren entwickelt? Denkst du aktuell darüber nach, dein Portfolio zu verändern?

JB: So wahnsinnig lang bin ich ja noch nicht selbstständig, aber ich beobachte bei vielen Selbstständigen, dass vieles im Fluss ist. Man startet mit einer Ideen und merkt, wie sich die Dinge entwickeln. Gerade die Social Media-Welt ändert sich rasant, und wir wissen nicht, welches neue Social Media morgen aufploppt und welches übermorgen abgeschaltet wird. Ich muss und will also flexibel bleiben. Ich merke immer stärker, dass mir  …

Im Interview – Katrin Bauer

„Gelassenheit ist auch ein Aspekt von Authentizität. Und Humor.“

Katrin BauerKatrin kenne ich aus den Zeiten, als ich noch in Dreieich wohnte – wir sind in die gleiche Schule gegangen und hatten einen Freundeskreis, der sich an einigen Stellen überlappte. „Damals“ ist sie mir mit ihrer direkten, konkreten Art im Gedächtnis geblieben, denn ich mag ja bekanntlich Menschen, die sagen, was sie denken. Außerdem lacht sie gerne und zwar auch über echt dreckige Witze – sehr sympathisch ;-)

Viele Jahre später hat dann der Kollege Zufall eine große Rolle gespielt: Seit dieser Zeit arbeiten wir immer mal wieder zusammen für verschiedene Kunden – sie als Grafik-Designerin, ich als Texterin und Konzeptionerin. Katrin hat sich in den letzten Jahren viel Input zum Thema Freiberuflichkeit bei mir geholt und ich habe sie immer wieder darin bestärkt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Ab Juli 2016 ist es endlich so weit, yeah! Nun drücke ich ihr ganz feste die Daumen … ach, Quatsch, ich bin mir sicher, dass sie das schafft!


CG: Authentizität wird gerade zu einem Modebegriff – immer mehr Unternehmen schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

KB: Ich glaube, wir sind alle ziemlich gut darin zu merken, ob jemand echt ist oder nicht. Wir lesen seit unserer Geburt Gesichter und kommunizieren. Jeden Tag. Mit uns nahestehenden Menschen und Fremden – wir sind also Authentizitäts-Profis. Ein großer Teil der täglichen Kommunikation muss gar nicht authentisch sein. Aber wenn es um Vertrauen geht, dann ist Authentizität wirklich wichtig. Im Privaten wie im Beruflichen.
Jemand, der sich anhört, als käme er direkt aus einem Unternehmensberatungs-Seminar, kann nicht …

Im Interview – Anette Weiß

„Ehrlichkeit steht vor Echtheit.“

Anette WeißAnette Weiß von der geld.wert GmbH kenne ich – tataaaaa – aus Facebook: Wir beide sind in der gleichen Unternehmerinnen-Gruppe. Ihre Postings sind mir ins Auge gesprungen, weil sie eine persönliche, verbindliche und gut gelaunte Schreibe hat. Gleichzeitig war ich aber am Anfang skeptisch, weil ich dem Thema Finanzberatung sehr kritisch gegenüber stehe – schließlich habe ich mein Texterhandwerk unter anderem bei einer großen deutschen Bank gelernt und in dieser Zeit einiges über dieses Gewerbe gelernt, das mir nicht wirklich gefallen hat.

Anette aber ist ganz anders, als wir uns alle die klassische Bankerin vorstellen: Sie ist entspannt, ehrlich und geht den Dingen auf den Grund. Mit dieser menschlichen und humorigen Art legte sie während einer Honorarberatung den Grundstein dafür, dass mein Mann und ich im letzten Jahr unter die Wohnungsbesitzer gegangen sind ;-))


CG: Authentizität wird gerade zu einem Modebegriff – immer mehr Unternehmen schreiben sich Echt sein auf die Fahnen. Welche Bedeutung hat Authentizität für dich und deine Arbeit?

AW: Wenn ich die moderne Werbung – gerade aus dem Finanzbereich – sehe (z. B. „Wir haben verstanden!“), bekomme ich sofort Bauchweh. Ich weiß zu genau, was dort hinter den Kulissen vor sich geht – und es ärgert mich, dass diese Werbung so gut gemacht, aber gelogen ist. Denn Authentizität hat meines Erachtens tatsächlich noch mehr mit Ehrlichkeit als mit Echtheit zu tun – schließlich steht vor der Echtheit die Ehrlichkeit, vor allem …

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