Linksammlung: vom Stiltest bis zum Blablameter

Was sind eigentlich „gute Texte“? Leider gibt es kein einfach nachzukochendes Geheimrezept dafür. Im Internet findet sich aber viele Tools, die das Schreiben eines guten Textes erleichtern sollen.

Heute zeige ich euch eine kleine Sammlung und erkläre die Funktionalitäten der einzelnen Tests:

  • Lesbarkeit:
    Ein guter Text lässt sich einfach lesen. Einen einfachen, gut lesbaren Text zu schreiben ist eine hohe Kunst – wenn es zum Beispiel um komplexe Themen geht. Mit dem Flesch-Index kannst du die Lesbarkeit deines Textes testen. Einen Test findest du hier: http://www.leichtlesbar.ch/html/index.html. Dieser Text hat in diesem Test einen Flesch-Wert von 47 und entspricht dem Niveau einer Online-Zeitung.
    Weitere Informationen zu den verschiedenen Lesbarkeitsindizes gibt’s auf Wikipedia.
  • Füllwörter:
    Unter http://www.schreiblabor.com/fuellwoerter-test/ [Seite lädt nicht mehr seit 1.2020] bekommst du überflüssige Füllwörter angezeigt. Praktisch: In der Auswertung werden die Streichkandidaten in Rot dargestellt und du kannst sogar feststellen, ob du bestimmte Füllwort-Favoriten hast. Aber obacht: Ein Text ohne Füllwörter wirkt eventuell steif und emotionslos – du solltest also sehr vorsichtig entscheiden, welche Füllwörter gestrichen werden können und welche nicht.
  • Wortanzahl:
    Unter https://www.woerter-zaehlen.de/ kannst du die Wörter deines Textes zählen lassen. Diese Funktion kann wichtig sein, wenn du Beiträge direkt im Web schreibst und dir kein integrierter Wortzähler wie im CMS WordPress oder in Word zur Verfügung steht.
  • Synonyme:
    Wir benutzen längst nicht alle Worte, die uns in der deutschen Sprache zur Verfügung stehen. Mit sinnverwandten Worten kannst du deine Texte abwechselungsreicher gestalten: Mit dem Woxikon Synonyme wird die Suche zum Kinderspiel.
  • Konjugation:
    Bist du unsicher bei der Konjugation deutscher Verben? Der Verbformengenerator unter http://www.verbformen.de/ generiert für einen Infinitiv alle deutschen Verbformen. Die Verbformen werden als Verbtabelle bzw. Konjugationstabelle ausgegeben. Da es sich um eine voll automatisierte Anwendung handelt, findest du dort auch sprachliche Perlen in Futur II wie „du werdest geschlafen haben“ … ;o))
  • Fakenamen-Generator:
    Werbetexter kennen das Problem: Der Auftraggeber hat tolle Testimonials, aber die Kunden möchten nicht namentlich genannt werden. In diesem Fall hilft der Fakenamen-Generator.
  • Textanalyser:
    Mit http://textalyser.net/ kannst du jeden Text umfassend analysieren: Wortanzahl, Zeichenanzahl, Komplexitätsfaktor, Satzlänge, Lesbarkeitsindex und vieles mehr finden sich auf dieser englischsprachigen Site.
  • Wortschatz:
    Die Uni Leipzig sammelt den deutschen Wortschatz unter http://wortschatz.uni-leipzig.de/. Textbeispiele erklären die Bedeutung eines Wortes genau und zählen mögliche verbundene Termini (Kookkurrenzen) auf.
  • Blablameter:
    Gern verkommen PR- und Werbetexte zu Bullshit-Wüsten voller heißer Worthülsen-Luft: Mit dem http://www.blablameter.de/ kannst du den Bullshit-Faktor eines Textes bestimmen. Dieser Text hat einen Bullshit-Faktor von 0,29: „Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau.“  Glück gehabt ;o))
  • Rechtschreibung:
    Du beherrschst die deutsche Rechtschreibung aus dem FF? Sicher? Hier geht’s zum Test: http://www.rechtschreib-check.de/ Auch der Duden bietet einen Rechtschreibtest an: http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online
  • Keyworddichte:
    Ich schreibe Texte für Menschen. Aber ein Seitenblick Richtung Suchmaschinen schadet bestimmt nicht. Unter https://tools.sistrix.de/kd/ kannst du die Keyworddichte eines Textes checken, der bereits online steht. Unter   http://www.elexpress.de/tools/keyworddensity/ funktioniert das Ganze auch via Copy & Paste, also bevor du einen Text im Web veröffentlicht hast.
  • Stiltest und noch viel mehr:
    Viele Funktionen vereint findest du im riesigen Texttool unter http://www.textanalyse-tool.de/: Flesch-Index, Modalverben und Nominalstil werden dir übersichtlich angezeigt. Darüber hinaus werden umständliche Passivformulierungen markiert sowie Wortdoppelungen farblich markiert. Blöd ist, dass das Tool bei mir manchmal nicht funktioniert …

Ein guter Text besteht aber noch aus der richtigen Tonalität, hat einen roten Faden und fasziniert beim Lesen – für diese Merkmale gibt leider bisher keinen Test. Und auch keine Patentlösung. Da hilft nur üben, üben, üben. Und nochmals üben.

P.S.: Dieser Text besteht aus 102 Sätzen, 609 Wörtern, 1.217 Silben und 4.795 Zeichen. Pro Satz verwende ich 5,97 Wörter, ein Wort hat im Schnitt 2 Silben. 0,25 Kommas unterteilen jeden Satz und die Passivrate liegt bei 2,94 %.

11 Kommentare zu „Texte testen und pimpen“

  1. Liebe Frau Goede,

    Mit großem Interesse lese ich immer wieder gerne ihre Texte und bin sehr dankbar für ihre Hinweise und Empfehlungen.
    Eine Frage habe ich da an Sie: Gibt es eine Software, bzw. CD die man kaufen kann um den Fleschwert zu Hause in Ruhe zu testen?

    Ich freue mich auf ihre Antwort.

    Nette Grüße aus Frankfurt am Main

    Arthur Pahl

    1. Lieber Herr Pahl,

      es gibt das kostenlose Webtool, das Sie ja vermutlich schon kennen: http://www.leichtlesbar.ch/html/index.html
      Außerdem kann man auch in Word eine Lesbarkeitsstatistik aktivieren. Eine kleine Anleitung habe ich hier gefunden: http://bit.ly/11LkZGP (Achtung, das ist eine Xing-Seite, Sie müssen eingeloggt sein.)
      Es gibt wohl auch eine teure, individualisierbare Software: http://www.comlab-ulm.de/textlab
      Hierzu kann ich aber nichts sagen, ich kenne sie nicht. Mir reicht das Wordfeature und das Webtool für meine tägliche Arbeit.

      Mit den besten Grüßen vom Sachsenhäuser Berg
      Christa Goede

  2. Hallo Christa, wir haben vor ein paar Wochen unser neues, kostenloses Texter-Tool gelauncht: http://www.textanalyse-tool.de

    Ich solch ein Tool muss man weniger beschreiben – eher ausprobieren :)

    Wir würden uns über Vorschläge, Feature-Wünsche usw. freuen, da wir diese umsetzen und das Tool weiterhin verbessern möchten.

    Würde mich freuen, wenn auch Du mal darüber schaust und uns ein Feedback zuschickst.

    Viele Grüße
    Pierre

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